Eine selbst gemachte Haselnusscreme kann intensiv nach gerösteten Nüssen schmecken, deutlich weniger süß sein und genau die Konsistenz bekommen, die ich auf Brot, Pancakes oder im Porridge mag. Ich zeige dir eine zuverlässige Grundversion mit Schokolade, erkläre den entscheidenden Mixvorgang und gebe dir Varianten ohne Milch, mit Datteln sowie eine schnelle Lösung mit fertigem Haselnussmus.
Die wichtigsten Stellschrauben für eine cremige Nusscreme
- Rösten bringt das kräftige, runde Haselnussaroma.
- Für die Grundversion brauchst du 200 g Haselnüsse, Schokolade, Kakao, etwas Öl und Salz.
- Ein leistungsstarker Mixer verarbeitet die Nüsse in 8 bis 12 Minuten zu einer glatten Paste.
- Die Creme bleibt im Kühlschrank etwa 2 bis 3 Wochen genießbar, wenn Glas und Löffel sauber und trocken sind.
- Mit Datteln entsteht eine natürlich gesüßte Variante, die jedoch kürzer haltbar ist.
Haselnusscreme selber machen mit einer einfachen Grundrezeptur
Für meinen klassischen Schoko-Haselnuss-Aufstrich röste ich die Nüsse selbst und süße eher zurückhaltend. So schmeckt die Creme nach Haselnüssen und nicht nur nach Zucker. Die Menge ergibt ungefähr 300 bis 350 g, also ein mittelgroßes Schraubglas.
Zutaten für ein Glas
- 200 g Haselnüsse, naturbelassen
- 100 g Zartbitterschokolade mit etwa 60 bis 70 Prozent Kakao
- 1 bis 2 Esslöffel Backkakao
- 30 bis 40 g Puderzucker oder sehr fein gemahlener Zucker
- 1 Esslöffel neutrales Öl, zum Beispiel Rapsöl
- 1 Prise Salz
- Optional etwas Vanille
Ich verwende am liebsten Zartbitterschokolade, weil sie die Süße ausgleicht. Wer eine mildere Creme möchte, kann einen Teil durch Vollmilchschokolade ersetzen, sollte dann aber den zusätzlichen Zucker reduzieren. Das Öl macht die Masse geschmeidiger, ist aber kein Ersatz für langes Mixen.
So wird die Creme Schritt für Schritt glatt und aromatisch
Der größte Geschmacksunterschied entsteht bereits im Backofen. Ich verteile die Haselnüsse auf einem Blech und röste sie bei 170 °C Ober-/Unterhitze ungefähr 10 bis 12 Minuten. Sobald sie deutlich duften und leicht glänzen, nehme ich sie heraus. Sie dürfen nicht dunkelbraun werden, sonst schmeckt die Creme schnell bitter.
- Die Haselnüsse auf ein Backblech geben und rösten. Nach der Hälfte der Zeit das Blech einmal schütteln.
- Die warmen Nüsse in ein sauberes Geschirrtuch geben und kräftig aneinanderreiben. Die Häutchen müssen nicht vollständig abgehen, ein kleiner Rest ist kein Problem.
- Die noch warmen Nüsse in einen leistungsstarken Standmixer geben und zunächst in kurzen Intervallen zerkleinern.
- Nach einigen Minuten wird aus dem Nussmehl eine krümelige Masse, danach eine dicke Paste. Jetzt immer wieder pausieren und die Masse vom Rand nach unten schieben.
- Die Schokolade vorsichtig im Wasserbad oder in kurzen Intervallen in der Mikrowelle schmelzen.
- Schokolade, Kakao, Puderzucker, Öl, Salz und Vanille zur Nussmasse geben und alles weitere 1 bis 2 Minuten mixen.
- Die fertige Creme in ein sauberes, trockenes Glas füllen und vollständig abkühlen lassen.
Ich plane für den gesamten Mixvorgang etwa 8 bis 12 Minuten ein. Wird der Mixer sehr heiß, lege ich eine Pause ein. Die Wärme hilft zwar beim Austreten des Nussöls, ein überhitzter Motor oder verbranntes Nussaroma ruiniert aber das Ergebnis.
Die Creme wirkt direkt nach dem Mixen oft etwas flüssiger als erwartet. Beim Abkühlen wird sie fester. Deshalb gebe ich zusätzliches Öl nur teelöffelweise hinzu und warte kurz, bevor ich die Konsistenz erneut beurteile.
Welche Zutaten den Geschmack wirklich verändern
Bei diesem Aufstrich entscheidet nicht die lange Zutatenliste, sondern das Verhältnis von Nüssen, Süße und Fett. Ich finde, dass geröstete Haselnüsse deutlich mehr ausmachen als teure Schokolade. Eine hochwertige Schokolade kann den Geschmack abrunden, aber sie rettet keine zu dunkel gerösteten Nüsse.
| Variante | Geeignete Zutaten | Ergebnis |
|---|---|---|
| Klassische Schokocreme | Zartbitterschokolade, Kakao, Puderzucker | Kräftig, schokoladig und streichfähig |
| Natürlich gesüßt | Haselnüsse, Datteln, Kakao, wenig Öl | Fruchtiger, etwas kompakter und weniger lange haltbar |
| Nur Nussmus | Geröstete Haselnüsse, Salz, optional Vanille | Intensiv nussig und vielseitig für herzhafte sowie süße Speisen |
| Vegane Schokoversion | Schokolade ohne Milchbestandteile oder Kakaomasse | Vollmundig und vollständig pflanzlich |
Eine Variante mit Datteln
Für eine süße Creme ohne raffinierten Zucker mixe ich 200 g geröstete Haselnüsse mit 3 bis 4 weichen Medjool-Datteln, 1 bis 2 Esslöffeln Kakao, einer Prise Salz und etwas Öl. Sind die Datteln trocken, weiche ich sie vorher kurz in warmem Wasser ein und tupfe sie danach gut ab.
Diese Version schmeckt weniger wie ein klassischer Schokoaufstrich und eher karamellig. Wegen der zusätzlichen Feuchtigkeit bewahre ich sie im Kühlschrank auf und verbrauche sie möglichst innerhalb von 5 bis 7 Tagen.
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Wenn es besonders schnell gehen soll
Mit gekauftem, ungesüßtem Haselnussmus lässt sich die Creme in wenigen Minuten anrühren. Für etwa 250 g Aufstrich vermische ich 150 g Mus mit 60 bis 80 g geschmolzener Schokolade, 1 Esslöffel Kakao, etwas Salz und Süße nach Geschmack. Das ist praktisch, wenn der Mixer kleine Mengen schlecht verarbeitet oder ich den Aufwand unter der Woche gering halten möchte.
Die häufigsten Fehler und wie ich sie vermeide
Bleibt die Creme krümelig, wurden die Nüsse meist zu kurz gemixt oder das Gerät ist für die Menge nicht stark genug. Ich mixe lieber in mehreren Pausen weiter, statt sofort viel Öl nachzugießen. Zu viel Öl macht den Aufstrich zwar weich, aber auch schwer und weniger intensiv.
- Zu wenig Röstaroma entsteht, wenn die Nüsse nur erwärmt werden. Sie sollten klar duften, aber nicht schwarz werden.
- Eine bittere Creme ist oft die Folge von zu dunkler Röstung oder stark gesüßtem Kakao.
- Zuckerknirschen vermeide ich mit Puderzucker oder sehr fein gemahlenem Zucker.
- Eine feste Masse wird durch weitere Mixzeit oder wenige Tropfen neutrales Öl geschmeidiger.
- Ein überlasteter Mixer braucht Pausen. Bei kleinen Geräten teile ich die Nüsse in zwei Portionen.
Ein Stabmixer kann funktionieren, wenn das Gefäß schmal und die Menge klein ist. Für größere Mengen bevorzuge ich aber einen Standmixer mit kräftigem Motor. Die Nüsse müssen sich bewegen können, ohne dass das Gerät minutenlang an seine Belastungsgrenze kommt.
Haltbarkeit, Aufbewahrung und die besten Verwendungsideen
Ich fülle die Creme in ein sauberes, vollständig trockenes Schraubglas und entnehme sie immer mit einem trockenen Löffel. Die klassische Version ohne Wasser, Milch oder frische Früchte hält im Kühlschrank meist etwa 2 bis 3 Wochen. Bei auffälligem Geruch, Schimmel oder ungewöhnlichem Geschmack gehört sie entsorgt.
Im Kühlschrank wird der Aufstrich deutlich fester. Ich stelle das Glas deshalb ungefähr 15 Minuten vor dem Frühstück heraus oder rühre die benötigte Menge kurz durch. Für eine flüssigere Creme zum Backen genügt es, sie vorsichtig im warmen Wasserbad anzuwärmen.
Am besten schmeckt sie mir auf kräftigem Sauerteigbrot, aber auch in Haferbrei, Joghurt, Crêpes und Bananenbrot. Ein Teelöffel in einem heißen Kaffee ergibt eine nussige Note, während geröstete Sesamsamen oder etwas Kardamom einen spannenden Akzent mit afrikanischen und orientalischen Aromen setzen.
So gelingt dein persönlicher Lieblingsaufstrich
Ich würde beim ersten Versuch mit der klassischen Mischung aus gerösteten Nüssen, Zartbitterschokolade und wenig Zucker beginnen. Danach lässt sich die Rezeptur leicht anpassen: mehr Kakao macht sie herber, zusätzliche Schokolade fester und ein wenig Öl geschmeidiger.
Wer eine besonders nussige Creme möchte, ersetzt einen Teil der Schokolade durch Haselnussmus. Für Kinder schmeckt eine mildere Schokolade meist angenehmer, während Erwachsene oft von einer Prise Salz, Espresso oder Kardamom profitieren. Entscheidend bleibt, die Nüsse aufmerksam zu rösten und dem Mixer genug Zeit zu geben.