Eine Handvoll Datteln wirkt wie ein unkomplizierter Snack, doch die süßen Früchte sind deutlich konzentrierter, als ihr natürlicher Ruf vermuten lässt. Ich zeige, welche Nachteile von Datteln tatsächlich relevant sind, wann Zucker, Kalium oder die klebrige Konsistenz zum Problem werden und wie eine vernünftige Portion aussieht.
Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
- Hoher Zuckergehalt: Getrocknete Datteln liefern je nach Sorte etwa 60 bis 70 g Zucker pro 100 g.
- Viele Kalorien: 100 g enthalten ungefähr 280 kcal, obwohl die Portion oft klein aussieht.
- Empfindliche Verdauung: Größere Mengen können Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall auslösen.
- Blutzucker im Blick behalten: Bei Diabetes zählt vor allem die Menge und die Kombination mit anderen Lebensmitteln.
- Vorsicht bei Nierenerkrankungen: Das enthaltene Kalium kann je nach Erkrankung und Medikamenten relevant sein.

Der größte Nachteil liegt in der Konzentration
Frische Datteln enthalten viel Wasser, im deutschen Handel landen jedoch meist getrocknete Früchte. Durch den Wasserverlust werden Zucker und Kalorien stark konzentriert. Je nach Sorte bringen 100 g ungefähr 60 bis 70 g Zucker und rund 280 kcal auf den Teller.
Das Problem ist nicht, dass dieser Zucker aus einer Dattel stammt. Die Frucht liefert zusätzlich Ballaststoffe, Kalium und Magnesium. Trotzdem verarbeitet der Körper den enthaltenen Zucker zur Energiegewinnung, und eine Dattel bleibt deshalb kein zuckerfreies Lebensmittel.
Ich finde besonders die Portionsgröße tückisch. Drei bis vier Datteln wirken bescheiden, können aber bereits etwa 20 bis 30 g wiegen und damit rund 60 bis 90 kcal liefern. Wer nebenbei direkt aus der Packung nascht, isst leicht das Doppelte.
Datteln sind kein beliebiger Zuckerersatz
Dattelpaste und pürierte Datteln werden gern zum Süßen von Müsliriegeln, Kuchen oder Energy Balls verwendet. Das kann geschmacklich gut funktionieren, macht ein Rezept aber nicht automatisch kalorienarm. Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass der Körper Zucker unabhängig davon verwertet, ob er aus Haushaltszucker oder pürierten Datteln stammt.
Der Unterschied bleibt trotzdem wichtig. Eine ganze Dattel muss gekaut werden und enthält ihre Ballaststoffe noch in der ursprünglichen Struktur. Sirup, Paste und fein pürierte Früchte lassen sich dagegen sehr schnell und in größeren Mengen essen.
Was Datteln mit Blutzucker und Gewicht machen
Der Zucker in Datteln wird durch Ballaststoffe und die feste Struktur etwas langsamer aufgenommen als Zucker aus einem Getränk. Das ist ein Vorteil, aber kein Freifahrtschein. Bei großen Portionen steigt die Kohlenhydratmenge deutlich an, besonders wenn Datteln zusätzlich in Riegeln oder Desserts stecken.
Bei Diabetes kommt es auf die individuelle Reaktion, die Portionsgröße und die gesamte Mahlzeit an. Ich würde Datteln eher mit Nüssen, Naturjoghurt oder Quark kombinieren als allein in größeren Mengen zu essen. Fett, Eiweiß und Ballaststoffe können die Mahlzeit sättigender machen, ersetzen aber keine Blutzuckerkontrolle.
| Portion | Ungefähre Menge | Was sie bedeutet |
|---|---|---|
| 1 kleine Dattel | 7 bis 10 g | Etwa 20 bis 30 kcal und rund 4 bis 7 g Zucker |
| 3 Datteln | 25 bis 30 g | Ungefähr 70 bis 90 kcal und etwa 18 bis 21 g Zucker |
| 100 g | Je nach Sorte 6 bis 10 Stück | Rund 280 kcal und 60 bis 70 g Zucker |
Wer abnehmen möchte, muss Datteln nicht streichen. Sinnvoller ist es, sie als gezielte Süßigkeit einzuplanen und nicht zusätzlich zu den üblichen Snacks zu essen. Für viele Menschen reichen ein bis drei Stück völlig aus.
Wann die Verdauung empfindlich reagiert
Datteln enthalten Ballaststoffe und verschiedene Zuckerarten, darunter Fruktose. Eine größere Menge kann deshalb bei empfindlichen Personen Blähungen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe oder Durchfall verursachen. Besonders wahrscheinlich wird das, wenn man sonst ballaststoffarm isst und plötzlich eine große Portion Trockenfrüchte verzehrt.
Bei einer Fruktosemalabsorption können Datteln Beschwerden verstärken. Auch Menschen mit einem empfindlichen Darm reagieren manchmal auf Trockenfrüchte, obwohl sie kleine Mengen gut vertragen. Ich würde in diesem Fall nicht sofort alle Früchte verbannen, sondern zunächst mit einer halben oder einer kleinen Dattel testen und die Reaktion beobachten.
Die Kombination entscheidet mit
Datteln im Müsli, im Smoothie und als Snack am selben Tag summieren sich schnell. Dazu kommt, dass Smoothies und Dattelcremes kaum gekaut werden müssen. Bei wiederkehrenden Beschwerden hilft ein Ernährungstagebuch, in dem Portion, Kombination und Zeitpunkt notiert werden.
Starke oder anhaltende Beschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden. Eine selbst auferlegte, sehr strenge Auslassdiät kann sonst unnötig viele Lebensmittel vom Speiseplan entfernen.
Für manche Menschen sind Datteln nicht unproblematisch
Nierenerkrankungen und Kalium
Datteln gehören zu den kaliumreicheren Trockenfrüchten. Für gesunde Nieren ist das normalerweise kein Nachteil. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion kann der Körper Kalium jedoch schlechter ausscheiden, sodass die erlaubte Menge individuell festgelegt werden muss.
Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn zusätzlich Medikamente eingenommen werden, die den Kaliumspiegel erhöhen können, etwa bestimmte ACE-Hemmer, Sartane oder kaliumsparende Entwässerungsmittel. In diesem Fall würde ich Datteln nicht eigenständig in größeren Mengen einplanen, sondern die Portion mit der behandelnden Praxis abstimmen.
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Allergien und Kreuzreaktionen
Eine echte Dattelallergie ist nicht das häufigste Problem, aber sie ist möglich. Bei Menschen mit einer Latexallergie können Kreuzreaktionen mit bestimmten Lebensmitteln auftreten. Typische Warnzeichen sind Juckreiz im Mund, Schwellungen, Hautreaktionen oder Atemprobleme.
Bei Atemnot, Kreislaufproblemen oder einer rasch zunehmenden Schwellung handelt es sich um einen Notfall. Wer nach dem Verzehr wiederholt Beschwerden bemerkt, sollte die Ursache allergologisch prüfen lassen, statt die Symptome einfach mit einer vermeintlichen Unverträglichkeit abzutun.
So lassen sich die Nachteile im Alltag begrenzen
Für mich ist die einfachste Regel die wirksamste: Datteln nicht aus der Tüte essen, sondern vorher eine kleine Portion von etwa 20 bis 30 g abwiegen oder abzählen. Das entspricht je nach Sorte ungefähr zwei bis drei Früchten.
- Datteln als Snack mit Nüssen, Joghurt oder einer Mahlzeit kombinieren.
- Bei Diabetes die Kohlenhydrate in die Mahlzeit einrechnen.
- Bei empfindlicher Verdauung mit einer kleinen Portion beginnen.
- Nach dem Essen Wasser trinken und die klebrigen Fruchtreste nicht lange an den Zähnen lassen.
- Auf die Zutatenliste achten, wenn Dattelriegel zusätzlich Sirup, Zucker oder Schokolade enthalten.
Für die Zahngesundheit ist die klebrige Konsistenz nicht ideal. Dattelstücke haften an den Zähnen und liefern dort weiterhin Zucker. Ich esse sie deshalb lieber im Rahmen einer Mahlzeit und putze nicht sofort aggressiv nach, sondern warte nach sauren Speisen ungefähr 30 Minuten.
Auch die Sorte macht einen Unterschied. Große, sehr weiche Medjool-Datteln wiegen oft deutlich mehr als kleine Deglet-Nour-Früchte. Zwei Medjool-Datteln können daher bereits eine deutlich größere Portion darstellen als zwei kleine Datteln.
Die richtige Einordnung für den eigenen Speiseplan
Datteln sind weder problematische Süßigkeiten noch ein grenzenlos gesundes Superfood. Die Nachteile entstehen vor allem durch konzentrierten Zucker, hohe Energiedichte, klebrige Konsistenz und übergroße Portionen. Für gesunde Erwachsene sind kleine Mengen in einer ausgewogenen Ernährung meist gut vertretbar.
Ich würde sie als aromatische Süße mit Nährstoffen betrachten, nicht als Ersatz für frisches Obst und nicht als Freibrief beim Naschen. Wer auf die Menge achtet und besondere Faktoren wie Diabetes, Fruktosemalabsorption, Allergien oder Nierenerkrankungen berücksichtigt, kann Datteln bewusst genießen, ohne ihre Grenzen zu unterschätzen.